Zwei Projekte des Medical Design gewinnen den Lucky Strike Junior Designer Award 2019

Zwei Projekte des Medical Design gewinnen den Lucky Strike Junior Designer Award 2019.

Im Wettbewerb des Lucky Strike Junior Designer Award 2019 gelangten gleich zwei Industriedesign-Projekte der Muthesius Kunsthochschule, Kiel, unter die besten sechs jungen Designkonzepte.

Ausgezeichnet in der Kategorie „Produktion & Prozess“ wurde Chang Yang Yan für „ZE HE“ (泽禾), einem Messgerät zur Wasserregulierung für chinesische Kleinreisbauern. Es bietet den Bauern nach Analysen von Bodenfeuchtigkeit, Wasserstand und anderen Faktoren eine Bewässerungsstrategie an, wichtig für die Einsparung von Wasserressourcen und die Kontrolle der Methanemissionen. „Designproblem erkannt und gelöst“, urteilte die Jury.

In der Kategorie „Produktion & Prozess“ ging der Designer Award 2019 an Tobias Gehrke für CAPTin_KIEL (Clean Autonomous Public Transport). Das Projekt zeigt mit der Kombination von sauberem Bus- und Fährverkehr eine nachhaltige Mobilitätskette. „Neue Konzepte, erst recht, wenn sie die öffentliche Gesellschaft und breite Entscheiderkreise betreffen, benötigen starke Bilder, die ikonengleich, Vorstellungen von Zukunft attraktiv illustrieren. Das ist neben der konzeptuellen Leistung mit den Entwürfen hervorragend gelungen. Diese Entwürfe besitzen die Kraft, ein Signature-Symbol für die Stadt Kiel zu werden und damit Vorbild für viele urbane Situationen am Wasser dieser Welt,“ so die Jury.

Beide Arbeiten wurden von Prof. Detlef Rhein betreut und setzen die Erfolgsstory der Industriedesignleistungen aus Kiel mit der internationalen Präsenz in Mailand und Wien, der SIDeR Konferenz, der German Grad Show in Berlin, der Dubai Global Grad Show, dem VDID Award, dem German Design Award Newcomer 2020 und dem zweifachen Erfolg bei Mia Seeger Preis 2019 fort. Die Preisverleihung fand im Rahmen einer feierlichen Show im stilwerk Hamburg am 09.11.2019 statt.

30.11.2019

Industriedesign Medical Design (M.A.)

In welcher Zukunft wollen wir leben?
An den Herausforderungen gesunder Lebensgrundlagen gestalterisch arbeiten.

Stellt man die Frage nach den Voraussetzungen für gesundes Leben, dann wird offensichtlich, dass nicht nur individuelle Faktoren wie Lebensführung oder Veranlagungen von Bedeutung sind,
sondern eine Vielzahl externer Faktoren eine ebenso wichtige Rolle spielen.

Fragen der Umwelt und Biodiversität, der industriellen Produktion und der Energieerzeugung, Formen der Arbeit, das Bildungswesen, die Ausprägungen des Konsums und der Mobilität, unsere Freizeitaktivitäten, die Produktion der Nahrungsmittel, die Strukturen der Stadträume und der Gesundheitsversorgung, um nur einige Aspekte zu nennen, wirken allesamt auf unsere Lebensqualität und unsere Gesundheit ein. Im Klimawandel, aber auch in der Pandemie, sind alle diese Bereiche in großen Komplexen gebündelt.

Designing for change.

Die Grenzen des ökonomischen Wachstums und die zunehmend negativen Auswirkungen sind hinreichend bekannt. Der Handlungsdruck, alternative Formen nicht nur zu denken, sondern zu konkretisieren, nimmt zu.
Im Masterstudium Medical Design möchten wir an diesen Alternativen arbeiten, wir sehen das Design in einer gesellschaftlichen Verantwortung und verstehen Prozesse der Transformation als Blickwechsel von den privaten zu den gemeinschaftlichen Interessen.
Medical Design bedeutet folgerichtig nicht die Fokussierung auf einen engen inhaltlichen Rahmen z.B. der Medizintechnik, sondern ein offenes entwerferisches Handlungsprinzip für die Erzeugung nachhaltiger Veränderungen und gesunder Lebensgrundlagen.

Dazu braucht es einerseits eine umfassende, individuelle Professionalisierung, mit den Herausforderungen wachsen die Anforderungen. Substanz, experimentelle Offenheit und interdisziplinäre Orientierung bilden den Rahmen der Projektarbeit.
Wir fördern und fordern kritische Haltungen, Sensibilität, Sorgfalt und Detailgenauigkeit.
Die Befähigung zur Entwicklung nachhaltiger Innovationen und zur Erzeugung herausragender Vermittlungswelten sind für uns zentrale Momente disziplinärer Stärke.
Die enge Kooperation mit dem Masterstudiengang Interface Design trägt unser Verständnis einer produktiven und werteorientierten Auseinandersetzung mit digitalen Zukünften und respektvoller Interaktionen.

Die Betreuung der Projektarbeit ist bei uns individuell und weitreichend.
Wir bieten im Rahmen des Studiums einen profunden Zugang zu Wissen und Fragen der “Health and Life Sciences“. Das begleitende Fächerangebot verbindet zudem ein breites Spektrum an Wissen und Techniken, die für eine Intensivierung der Reflexions- und Gestaltungsprozesse relevant sind.

Neu Verstehen. Mit Mut gestalten.

Uns interessiert nicht die Bestätigung des Etablierten, wir suchen nach neuen Verstehensweisen und attraktiven Angeboten.
Die vor uns liegenden Fragen fordern das Verstehen von Prozessen, Schnittstellen und Systemzusammenhängen, kurzum, die Bewältigung von Komplexität.
Aber eben auch: Den Mut, radikale Denk- und Gestaltungsvorschläge zu entwickeln.
Kompetenzprofile mit diesen Ausprägungen eröffnen Gestalter*innen in einer Vielzahl zukunftsorientierter Tätigkeitsfelder substantielle Chancen.

In den letzten Jahren hat sich das Industriedesign an der Muthesius Kunsthochschule zu einem international sichtbaren und ausgesprochen erfolgreichen Aktionsort entwickelt, die Vielzahl der Preise und Auszeichnungen sowie Ausstellungsbeteiligungen zeigen dies eindrücklich. In Kiel sind wir von herausragenden Forschungsaktivitäten umgeben, an denen wir teilhaben, z.B. im  Exzellenzcluster “Inflammation at Interfaces“.
Wir werden bei dem eigenen, aktuellen Forschungsprojekt „Nachhaltige Mobilitätstransformation“ durch die EKSH über einen längeren Zeitraum gefördert und etablieren wissenschaftliche Mitarbeiter*innen, wie jüngst im Bereich „Material und Nachhaltigkeit“.
Kooperationen und Austauschprogramme bestehen u.a. mit der TU Delft, der NCKU Tainan und der Kobe Design University.
In diesem hoch innovativen und inspirierenden Umfeld arbeiten wir mit Nachdruck an Zukunftsbildern einer rücksichtsvollen und aufgeklärten Gesellschaft.

FRAGEN?
Prof. Detlef Rhein
rhein@muthesius.de
Im Blog „Bewerben“ haben wir Modulpläne, Downloads und weitere Informationen für Sie zusammengefasst.
Die Publikation „Designing for change“ (ISBN-13: 978-3943763638) ist als pdf abrufbar .